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>>>> leerstellen als lehrstellen

 

Temporäre Installation von Arne Lösekann www.arneloesekann.de

06.-23. Juni 2019 ::: Es ist der erste Prototyp, die Installation [7] zu sehen
08.-24. September 2019 sind die Werke [1] – [10] zu sehen.

im zuge "Altstadt_neudenken" http://altstadtneudenken.de

„die aktivierung eines viertels entsteht aus seinen bewohnern heraus und durch ihren aktiven umgang mit den vorhandenen strukturen. dies färbt auf die passanten ab, die jedoch den raum nicht nur als transit verstehen dürfen, sondern bereit sein müssen ihn zu entdecken, zu verweilen und im besten fall von ihm zu berichten … anwohner die geschichten über ihr umfeld erzählen können regen freunde, bekannte und kunden dazu an, mit offenen augen durch das quartier zu gehen … diese berichten wiederum freunden davon, die gezielt oder beim nächsten zufälligen passieren aufmerksam werden auf die vorhanden leerstellen … so aktiviert sich eine vorhandene struktur und reichert sich mit der zeit immer weiter an durch neue geschichten, entdeckungen oder dazukommende objekte.“ Arne Lösekann

Um diesen Prozess zu aktivieren werden an 10 Orten, die jeweils in Sichtweite zueinander angeordnet sind, kleine installative Interventionen errichtet. Diese Orte sind immer mit Geschichten verbunden: einem Portal aus der Zeit vor dem Großen Brand, dem Rathausplatz, einer Bodenplatte von Franz Erhard Walther, oder einer alten Anlegestelle für Schuten … 

Die Installationen basieren durchgehend auf der Zusammenstellung von ausgemusterten Kirchenstühlen aus St. Katharinen und Fundstücken, die von den Speichern der Anwohner stammen oder stammen könnten. Jede Installation scheint in sich selbst schon eine Geschichte zu erzählen. Wenn der Betrachter sich auf der Installation niederlässt, wird diese um eine weitere Geschichte ergänzt – denn der Blick fällt auf ein Objekt im Stadtraum, das seinerseits mit einer Geschichte behaftet ist. Diese gilt es zu entdecken – denn viel zu oft sind die bereits vorhandenen Geschichten in Vergessenheit geraten.

Auf die Spur kommen kann man diesen Geschichten mithilfe von QR-Codes. An jeder Position sind sie angebracht und können mit dem Smartphone eingescannt werden. Sie leiten weiter zu Texten der Kunsthistorikerin Anne Simone Krüger, in denen sich ungeahnte Fakten und Hintergrundwissen finden, die auf der gemeinsamen Recherche mit dem Künstler in Archiven und auf Gesprächen mit Anwohnern und Zeitzeugen basieren. Historische Fotos, Skizzen und Entwürfe bebildern die Geschichten.

Text: Anne Simone Krüger, Kunsthistorikerin

[1] -[6] zu sehen vom 08.-24. September 2019

[7] Ungeahnte Skulpturen an der Domstraße

[8] -[10] zu sehen vom 08.-24. September 2019