[ hase tod ]

hase tod ...... kunst tod ...... kultur tod ..... empathie tod ....

vom 17.12.2020 bis 06.01.2021 in der Galerie LaDøns


Eröffnet wurde die Ausstellung [ hase tod ] mit einer 30-minütigen Performance, die durch das Schaufenster der Galerie betrachtet werden konnte. Dabei stellte Arne Lösekann – hinter der Glasscheibe stehend - die Gebärden für hase _ tod _ kunst _ tod _ kultur _ tod _ empathie _ tod fortlaufend dar.


Im weiteren Verlauf der Austellung kann nun eine Aufnahme dieser Performance als fast lebensgroßes Video Tag und Nacht durch das Fenster betrachtet werden. Ergänzt wird diese durch eine Zeichnung auf der historischen Kachelwand des Raumes. Die dort im Stil eines “Tags“ (Graffiti) dargestellten drei Hasen verweisen durch ihre Machart und die Verlagerung von der Strasse hinein in den Galerieraum darauf, dass die Bewertung von etwas als Kunst und die damit einhergehende Wertschätzung abhängig ist von Ort, Kontext und den Bewertenden. Diese Werturteile unterliegen zeitlichen und vor allem sehgewohnheitlichen Veränderungen.

Außerdem verweist die Zeichnung der Hasen, denen eine jahrhundertealte Symbolbedeutung in vielen Religionen zuzuordnen ist, auf Höhlenmalereien als erste Kulturbilder der Menschheit und auf die Bedeutung von Kunst für unsere Kultur, die schon weiter in die Geschichte zurückreicht als die von uns aktuell gelebte Demokratie.


Neben den bereits erwähnten Verweisen, stellt die Arbeit durch Inhalt und Titel eine Verbindung zu der Performance von Joseph Beuys “Wie man dem toten Hasen die Bilder erklärt” her. Hierbei geht es dem Künstler weniger um den “erweiterten Kunstbegriff” als explizit um das Ritual des Kunst-Erklärens, der Vermittlung einer in sich komplexen Sprache und um die Aufforderung des Gehört-Werdens gegenüber Politik und Gesellschaft. Man möge sie unterstützen und nicht als etwas Selbstverständliches hinnehmen.


In der Performance bedient der Künstler sich der Gebärdensprache als Verweis auf die Trennung von Kunstschaffenden und RezipientInnen. Die örtliche Trennung beider durch die Schaufensterscheibe und das „Sich-nicht-Verstehen“ aufgrund der unterschiedlichen Sprachsysteme führt zu einer Entfremdung, die umso mehr durch die Schließungen der Kulturorte aufgrund der Pandemie forciert wird.